{"id":40,"date":"2014-09-14T12:02:00","date_gmt":"2014-09-14T10:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wegdergeschichte.wordpress.com\/?p=40"},"modified":"2015-04-19T20:16:06","modified_gmt":"2015-04-19T18:16:06","slug":"vogelbeobachtung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wegdergeschichte.de\/?p=40","title":{"rendered":"Vogelbeobachtung (2)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eAlles, was sich bewegte, wurde kontrolliert.&#8220;<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-192\" src=\"http:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_2.jpg\" alt=\"tafel_2\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_2.jpg 1024w, https:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>&#8222;&#8230; es muss im Jahr 1975 gewesen sein, als ich eines Tages in den Wald gegangen bin, um ein paar V\u00f6gel zu beobachten. Als Naturfreund bin ich oft an diese Stelle in der N\u00e4he der 5. Station des Kreuzweges gekommen und auch die Grenze mit all ihren gef\u00e4hrlichen Anlagen und Soldaten geh\u00f6rten zur Normalit\u00e4t. An besagtem Tag beobachtete ich durch mein Fernglas ein paar seltene V\u00f6gel. Es war eine besondere Meisenart, die f\u00fcr unsere Region untypisch ist. Ich verfolgte die Meisen eine Weile ohne zu bemerken, dass ein Grenzturm in westlicher Richtung ebenfalls in meinem Visier lag. Es hat nicht lange gedauert, da h\u00f6rte ich schon den LO (Mannschaftstransportwagen der Grenzer) in Hohengandern aufheulen. Mir war sofort klar dass ich Ziel der Alarmtruppen war. Ich habe mich nicht weiter daran gest\u00f6rt und bin weitergegangen. An einer B\u00f6schung an der B80, wo ich mich aufhalten durfte, lie\u00df ich mich nieder und beobachtete das Geschehen. Nach zwei Stunden sind zwei Grenzsoldaten gekommen und haben mich h\u00f6flich nach meinem Ausweis gefragt. Den hatte ich nat\u00fcrlich dabei und zeigte ihnen diesen auch. Mehr als Dankesch\u00f6n konnten die beiden auch nicht mehr sagen.<br \/>\nDies verdeutlichte mir, wie sehr zu dieser Zeit Kleinigkeiten in die Waagschale geworfen wurden.<br \/>\nAlles, was sich bewegte, wurde kontrolliert&#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Raimund Arand, Kirchgandern<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>&#8230; nachgefragt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war Ihr gr\u00f6\u00dfter Wunsch w\u00e4hrend der Zeit des geteilten Deutschlands?<\/strong><br \/>\nEinen richtig gro\u00dfen Wunsch hatte ich eigentlich gar nicht. Ich wollte auch nicht in den Westen<br \/>\nfl\u00fcchten, denn meine ganzen Freunde waren hier in der DDR. Die Neugier aber, wie es \u201eda dr\u00fcben\u201c<br \/>\nso ist, die gab es immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Haben Sie positive Erinnerungen an die DDR-Zeit?<\/strong><br \/>\nDer Zusammenhalt der Menschen untereinander war besser als heute. Das war einfach eine<br \/>\nandere Gemeinschaft als heutzutage: Jeder half dem anderen und Geld war gar nicht so wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Als die Mauer fiel, dachte ich&#8230;<\/strong><br \/>\n\u201eDas kann ich gar nicht glauben!\u201c Ich dachte, dass man jetzt ganz offiziell \u00fcber die Grenz\u00fcberg\u00e4nge<br \/>\nabhauen kann, aber das Deutschland geteilt bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAlles, was sich bewegte, wurde kontrolliert.&#8220;&#8222;&#8230; es muss im Jahr 1975 gewesen sein, als ich eines Tages in den Wald gegangen bin, um ein paar V\u00f6gel zu beobachten. Als Naturfreund bin ich oft an diese Stelle in der N\u00e4he der 5. 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