{"id":41,"date":"2014-09-14T12:03:00","date_gmt":"2014-09-14T10:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wegdergeschichte.wordpress.com\/?p=41"},"modified":"2015-04-19T20:16:26","modified_gmt":"2015-04-19T18:16:26","slug":"grenzsoldat-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wegdergeschichte.de\/?p=41","title":{"rendered":"Grenzsoldat (3)"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eEine Flucht kam f\u00fcr mich nicht in Frage\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em>Erinnerungen eines Grenzsoldaten (1969 bis 1971)<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-193\" src=\"http:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_3.jpg\" alt=\"tafel_3\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_3.jpg 1024w, https:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_3-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>Agraringenieur zu werden &#8211; das war mein gro\u00dfes Ziel! Um dieses Ziel zu erreichen, blieb mir, wie so vielen anderen jungen M\u00e4nnern meiner Generation, nichts anderes \u00fcbrig, als der Volksarmee zu dienen. Aus meiner Heimat Gotha heraus wurde ich 1969 ins Eichsfeld nach Mengelrode in die Ausbildungskaserne geschickt. Hier wurde ich nun f\u00fcr ein halbes Jahr als Unteroffizier ausgebildet. Im Mai 1970 versetzte man mich in die Grenzkompanie nach Freienhagen, in der ich anderthalb Jahre meinen Dienst als Gruppenf\u00fchrer leistete.<\/p>\n<p>Die Grenzanlagen bestanden in dieser Zeit aus zwei einfachen ca. 2m hohen Stacheldrahtz\u00e4unen, die durch ein Minenfeld voneinander getrennt waren. Auf dem Gebiet der DDR befand sich der 6m breite Kontrollstreifen. In etwa 100m Entfernung hinderte ein Signalzaun, der bei Ber\u00fchrung einen Alarm ausl\u00f6ste, Unbefugte am Betreten der Grenzanlage. Die Arbeit im Grenzdienst wurde im Schichtdienst abgeleistet. Zu den Aufgaben am Grenzstreifen geh\u00f6rten die Beobachtung der Grenzanlage vom Wachturm aus und das Ablaufen des Kontrollstreifens. Dieser f\u00fchrte zuletzt von Siemerode bis Rohrberg. Das bedeutete, dass diese Strecke von ca. 1 5 km t\u00e4glich morgens und abends auf Fu\u00dfspuren \u00fcberpr\u00fcft werden musste.<\/p>\n<p>Um die Spuren schnell erkennen zu k\u00f6nnen, musste der Kontrollstreifen permanent sauber und frei von Unkraut gehalten, sowie anhaltend fein geeggt werden. Bei der Entdeckung von\u00a0 Fu\u00dfspuren oder anderen Auff\u00e4lligkeiten im Kontrollstreifen wurde eine sofortige Meldung abgesetzt und eine Alarmgruppe von sechs bis acht Personen angefordert, die die komplette Anlage auf weitere Anzeichen f\u00fcr eine m\u00f6gliche Flucht absuchte. Au\u00dferdem wurde die Postenf\u00fchrung verst\u00e4rkt. Gl\u00fccklicherweise musste ich einen gelungenen Grenzdurchbruch nie miterleben und wurde dadurch nicht zum Gebrauch der Waffe gezwungen. F\u00fcr mein letztes Dienstjahr wurde ich schlie\u00dflich noch einmal nach Wei\u00dfenfels in Sachsen-Anhalt versetzt. Diese Versetzung wurde mir nie begr\u00fcndet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>&#8230;nachgefragt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war Ihr gr\u00f6\u00dfter Wunsch w\u00e4hrend der<\/strong> <strong>Zeit des geteilten Deutschlands?<\/strong><br \/>\nEine Flucht kam f\u00fcr mich nicht in Frage. Wichtig war f\u00fcr mich<br \/>\nvor allem unter den gegebenen Umst\u00e4nden ein zufriedenes<br \/>\nLeben zu f\u00fchren und eine Familie zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie positive Erinnerungen an die DDR-Zeit?<\/strong><br \/>\nJA! Ich habe meine Frau kennen und lieben gelernt.<\/p>\n<p><strong>Als die Mauer fiel, dachte ich &#8230;<\/strong><br \/>\nEndlich sind wir frei!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEine Flucht kam f\u00fcr mich nicht in Frage\u201c Erinnerungen eines Grenzsoldaten (1969 bis 1971)Agraringenieur zu werden &#8211; das war mein gro\u00dfes Ziel! Um dieses Ziel zu erreichen, blieb mir, wie so vielen anderen jungen M\u00e4nnern meiner Generation, nichts anderes \u00fcbrig, als der Volksarmee zu dienen. 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