{"id":45,"date":"2014-09-14T12:07:00","date_gmt":"2014-09-14T10:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wegdergeschichte.wordpress.com\/?p=45"},"modified":"2015-04-19T20:16:58","modified_gmt":"2015-04-19T18:16:58","slug":"gut-besenhausen-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wegdergeschichte.de\/?p=45","title":{"rendered":"Gut Besenhausen (7)"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eEndlich ist es soweit!&#8220;<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-195\" src=\"http:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_7.jpg\" alt=\"tafel_7\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_7.jpg 1024w, https:\/\/wegdergeschichte.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/tafel_7-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>Das Rittergut Besenhausen liegt, wie das Dorf Kirchgandern, an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Bis 1945 noch eine Einheit bildend, lag Kirchgandern w\u00e4hrend der Zeit der Teilung auf der Ostseite und Besenhausen auf der Westseite. Seit \u00fcber 700 Jahren sind das Gut und die umliegenden Felder im Besitz der Familie Hanstein und ihrer Nachkommen. 1945, als Deutschland von den Besatzungsm\u00e4chten in zwei H\u00e4lften geteilt wurde, traf die Familie ein schweres Schicksal: die Grenze lief genau zwischen Gut und Landbesitz hindurch.<\/p>\n<p>Das Gut geh\u00f6rte zun\u00e4chst zu Ost-, die L\u00e4ndereien zu Westdeutschland. Die Familie fl\u00fcchtete in einen anderen Ort und im Gutshaus lebten nun die russischen Besatzer. Dem damaligen Gutsbesitzer, Baron v. Wintzingerode, gelang es in Verhandlungen, den russisch besetzten Teil durch eine Grenzverschiebung auf den westlichen Teil zu bekommen. Somit konnte die radikale Teilung des Hofes r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht und die Zerst\u00f6rung des Geb\u00e4udes im Todesstreifen verhindert werden. Als Gegenleistung durften die russischen Besatzer den Viehbestand, die Vorr\u00e4te in Haus und Hof und anderes drei Tage lang pl\u00fcndern. Dann \u00fcbernahm die englische Besatzung und die Familie konnte zur\u00fcckkehren und den Wiederaufbau beginnen.<\/p>\n<p>Das Gut musste m\u00fchsam wieder eingerichtet werden, da es komplett leerger\u00e4umt war. In den Jahren von 1945 bis 1952 wurde Besenhausen zu einem der &#8222;Tore zur Freiheit&#8220;. \u00dcber 2 Millionen Fl\u00fcchtlinge aus Ost- und Mitteldeutschland \u00fcberquerten hier die Grenze, zun\u00e4chst auf ihrem Weg in das nahe liegende Grenzdurchgangslager Friedland.<\/p>\n<p>Auch nach dem Zaunbau und Schlie\u00dfen der Grenze, gelang Einzelnen die Flucht aus der DDR, wie Frau v. Klitzing, die auf dem elterlichen Gut aufwuchs, berichtet: \u201eDie Leute kletterten vor allem nachts \u00fcber den Stacheldrahtzaun und kamen dann mit blutigen H\u00e4nden auf unserem Hof an. Oder sie schwammen durch die Leine und wir versorgten sie dann erst einmal mit trockener Kleidung. Die Fl\u00fcchtlinge wurden erst weniger, als der Stacheldrahtzaun durch einen Stromzaun ersetzt wurde.\u201c<\/p>\n<p>44 Jahre waren Kirchgandern und Besenhausen getrennt. Man blickte nur auf Z\u00e4une, Minenstreifen und Milit\u00e4rfahrzeuge. So war die Grenz\u00f6ffnung zun\u00e4chst etwas unheimlich. Aber die Freude, alte Schul- und Spielgef\u00e4hrten wiederzusehen, \u00fcberwog.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>&#8230;nachgefragt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was war Ihr gr\u00f6\u00dfter Wunsch w\u00e4hrend der Zeit des geteilten Deutschlands?<\/strong><br \/>\nIch wusste, dass dieser unnat\u00fcrliche Zustand nicht ewig bleiben konnte. Irgendwann<br \/>\nmusste der Zaun verschwinden, die Mauer fallen. Das war mein gr\u00f6\u00dfter Wunsch.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie positive Erinnerungen an die DDR-Zeit?<\/strong><br \/>\nDas Gut lag wie im Dornr\u00f6schenschlaf. Die Stra\u00dfe war hier zu Ende und wir f\u00fchlten<br \/>\nuns durch die Grenzschutzbeamten gut beh\u00fctet. Aber es war eine leblose Ruhe.<br \/>\nKirchgandern und die Burg Hanstein waren unerreichbar. Nein, es gibt keine positive<br \/>\nErinnerung an die DDR-Zeit.<\/p>\n<p><strong>Als die Mauer fiel dachte ich&#8230;&#8230;.<\/strong><br \/>\nEndlich ist es soweit!<\/p>\n<p>Detlev Flechtner, Besenhausen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEndlich ist es soweit!&#8220;Das Rittergut Besenhausen liegt, wie das Dorf Kirchgandern, an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Bis 1945 noch eine Einheit bildend, lag Kirchgandern w\u00e4hrend der Zeit der Teilung auf der Ostseite und Besenhausen auf der Westseite. 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